Worst EU Lobbying und Greenwash Awards 2007
Die Gewinner

Die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Porsche sind die unrühmlichen Gewinner des “Worst EU Lobbying” Awards 2007! Der Negativpreis wurde bei einer festlichen Preisverleihung in Brüssel am 4. Dezember verliehen. Das Deutsche Atomforum wurde mit dem Sonderpreis für “Worst EU Greenwash” ausgezeichnet und angeprangert.

Allgemeine Informationen über die Worst EU Lobbying Awards.

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Die Gewinner des Worst EU Lobbying Awards 2007

BMW, Daimler und Porsche – gemeinsam nominiert in der Kategorie Worst EU Lobbying – erhielten mehr als 30 Prozent aller Stimmen. Wählerinnen und Wähler aus ganz Europa stuften ihre gemeinsame Kampagne für die Verwässerung und Verzögerung von verpflichtenden CO2-Reduktionszielen als schlimmste und am meisten irreführende ein. Die EU-Kommission hatte die Reduktionsziele vorgeschlagen, nachdem freiwillige Zielvereinbarungen von der Autoindustrie nicht eingehalten wurden.

“BMW, Daimler und Porsche gehören zu den schlimmsten unter den Autolobbyisten”, erläutert Erik Wesselius vom Corporate Europe Observatory (CEO). “Als die EU-Kommission verpflichtende CO2-Ziele vorschlug, reagierten die Autohersteller sofort mit einer schmutzigen Lobbykampagne, die im großen Umfang Panikmache und stark übertriebene Drohungen mit Fabrikschließungen und Jobverlusten beinhaltete. Das Ergebnis der Abstimmung zeigt, dass die europäischen Bürger diese Art von irreführendem und manipulativem Lobbying ablehnen.”

Der Gewinner des Worst EU Greenwash Awards

Der Greenwash-Sonderpreis für den unverfrorensten Versuch, sich ein ungerechtfertigtes grünes Image zu verschaffen, wurde dem Deutschen Atomforum verliehen. Es erhielt gut ein Drittel aller Stimmen (34 Prozent) in dieser Kategorie. Das Atomforum war für seine Kampagne “Deutschlands ungeliebte Klimaschützer” nominiert, die das Image der Atomenergie aufpolieren sollte und dafür in Anzeigen und Plakaten mit Bildern von alten Atomkraftwerken in schöner und unzerstörter Natur warb.

“Das Deutsche Atomforum versuchte, die öffentliche Besorgnis über den Klimawandel zu instrumentalisieren, um für die Atomenergie zu werben”, sagt Ulrich Müller von LobbyControl. “Die einseitigen Anzeigen nutzen idyllische Naturbilder und blenden die Risiken der Atomenergie aus, um öffentliche Akzeptanz für längere Laufzeiten für die alten Atommeiler zu schaffen. Der “Sieg” des Deutschen Atomforums in der Kategorie Worst EU Greenwash zeigt, dass die Öffentlichkeit sich von diesen Grünfärbe-Versuchen nicht täuschen lässt.”

Die weiteren Plätze

Auf den Plätzen zwei und drei folgen hinter BMW, Daimler und Porsche in der “Worst EU Lobbying” Kategorie die europäische Lobby-Vereinigung EPACA (European Public Affairs Consultancies Association) für ihre intensive Gegenkampagne gegen die Pläne der EU-Kommission für ein Transparenzregister für Lobbyisten und die Lobbyagentur Cabinet Stewart für den Betrieb des International Council for Capital Formation (ICCF) – eines europäischen Schein-Think Tanks, der als Tarnorganisation für Gegner des Kyoto-Protokolls dient.

Alle Ergebnisse für die fünf Kandidaten des Worst EU Lobbying Award 2007.

In der Worst Greenwash-Kategorie belegte der britische Rüstungskonzern BAE Systems den zweiten Platz für Versuche, seine Waffen als umweltfreundlich zu vermarkten. Der Öl-Gigant ExxonMobil landete auf Platz drei für irreführende Imagewerbung, in der der Konzern behauptete, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, während sie in Wirklichkeit anstiegen.

Alle Ergebnisse für die fünf Kandidaten des Worst EU Greenwash Award 2007.

Mehr als 6600 Menschen aus ganz Europa beteiligten sich an der Internet-Abstimmung und stimmten über die Gewinner der Negativpreise ab.

Mehr Transparenz und striktere Regeln nötig

Mit den Worst EU Lobbying Awards wollen die Veranstalter mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf die problematischen Lobby-Methoden in Brüssel lenken. Die diesjährige Preisverleihung fällt in eine Zeit, in der das Europaparlament intensiv über neue Regeln für Lobbyisten diskutiert. Die Debatte ist eine Antwort auf die European Transparency Initiative (ETI), die von EU-Kommissar Siim Kallas vorgeschlagen wurde.

“Die nominierten Fälle zeigen, dass effektive Transparenz und Ethikregeln für Lobbyisten in der EU dringend notwendig sind”, betont Christine Pohl von Friends of the Earth Europe. “Das Europaparlament muss handeln und Lobbyisten dazu verpflichten, offen zu legen, für wen sie arbeiten und welches Geld sie dafür bekommen. Indem sie die European Public Affairs Consultancies Association EPACA für ihre Kampagne gegen Transparenzregeln für Lobbyisten auf den zweiten Platz gewählt haben, haben die Bürgerinnen und Bürger sich gegen den Versuch ausgesprochen, die Geheimniskrämerei rund um Lobbying zu erhalten.”

Allgemeine Informationen über die Worst EU Lobbying Awards.

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.
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