
Nominiert für unsaubere Lobbymethoden, um das Eingrenzen schädlicher Spekulationen zu verhindern.
Durch die Finanzkrise wurden große Teile der Öffentlichkeit erstmals auf die Aktivitäten von so genannten Alternativen Investmentfirmen aufmerksam: Hedgefonds, die sich auf spekulatives Investment spezialisiert haben, und Private Equity-Gesellschaften (Kapitalbeteiligungsgesellschaften). Um dadurch aufgekommenen Forderungen nach strengeren Richtlinien dennoch zu entgehen, brachte die Investmentbranche eine irreführende Lobbykampagne auf die Strecke. Deren Botschaft: Strengere Regulierungen würden Europa Wettbewerbsfähigkeit beschränken. Die Kampagne blieb nicht ohne Wirkung, sie zog den neuen EU-Maßnahmen die Zähne.

Nominiert wegen heimlicher Lobbyarbeit in Brüssel und dem Anzapfen kommissionsinternen Insider-Wissens durch die Rekrutierung des ehemaligen EU-Kommissar Günter Verheugen als Berater.
Trotz ihrer Größe und Macht operiert die Royal Bank of Scotland-Gruppe, die sich seit der Finanzkrise in Staatsbesitz befindet, in Brüssel wenig sichtbar. Sie weist ihre Lobbyarbeit nicht im Lobbyregister der Europäischen Kommission aus, ist aber hinter verschlossenen Türen sehr aktiv. In diesem Jahr hat sie offenbar beschlossen, ihrem Einfluss noch entscheidend nachzuhelfen und den früheren EU-Industrie-Kommissar Günter Verheugen als Berater angeworben.

Nominiert wegen aggressiven Lobbyings zur Verteidigung ihrer „finanziellen Massenvernichtungswaffen“
Als die Finanzkrise 2008 zuschlug, wurde schnell klar, dass Derivate, bis dahin wenig bekannte Finanzinstrumente, eine Schlüsselrolle darin gehabt hatten – ebenso wie in der Lebensmittelkrise 2008 und in der Eurokrise 2010. Daher kamen im Gefolge der Krise Forderungen nach strengeren Regulierungen für diese Instrumente auf. Aber ISDA, die Vereinigung von Derivatehändlern, und ihr namhaftes Mitglied Goldmann Sachs, haben aggressive Lobbyarbeit betrieben, um dies zu verhindern.

Der mächtige Unternehmerverband ist nominiert für aggressive Lobbyarbeit, um effiziente Klimaschutzmaßnahmen der EU zu verhindern – während er vorgibt, den Klimaschutz zu unterstützen.
Offiziell unterstützt der Unternehmerverband BusinessEurope die Notwendigkeit, den vom Menschen verursachten Klimawandel zu stoppen. Tatsächlich hat er aber aktiv EU-Pläne zur Verminderung von CO2-Emissionen untergraben. Während die Lobbygruppe vorgab, im Interesse aller europäischen Unternehmen zu handeln, hat sie hauptsächlich für die energieintensivsten Unternehmen, die Öl-, Stahl- und Chemieindustrie, Lobbyarbeit betrieben – indem es effektive Klimapolitik auf EU-Level verhindert hat.

Nominiert, weil der Energieriese sich ein umweltfreundliches Image verpasst und zugleich Lobbyarbeit betreibt, um seine schmutzigen Kohle- und Ölkraftwerke offen zu halten.
Der Energiekonzern RWEnpower, die Tochterfirma des deutschen Energieriesen RWE, stellt sich gern als grünes Unternehmen dar. RWE hat teure, europaweite Werbekampagnen in Auftrag gegeben, die kleine, als grün zertifizierte Modellprojekte in den Vordergrund stellen. Der Konzern behauptet, Marktführer auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu sein – mit dem Slogan „RWE – the energy to lead“. In Wahrheit setzt RWE alles daran, seine schmutzigen Kohle- und Ölkraftwerke am Laufen zu halten.

Der Gigant der Stahlindustrie ist nominiert für seine „Panikmache“ bezüglich effektiveren CO2-Beschränkungen durch den Europäischen Emissionsrechtehandel (ETS), an dem er zugleich durch die bisher kostenlosen Zertifikate Milliarden verdient.
ArcelorMittal hat erfolgreich verhindert, dass es im Rahmen des Europäischen Emissionsrechtehandels auch tatsächlich seinen Kohlendioxidausstoß vermindern muss. Der Stahlgigant behauptete, dass die CO2-Reduktion die Stahlindustrie aus Europa vertreiben und massive Entlassungen verursachen würde. Gleichzeitig sitzt ArcorMittal auf riesigen potenziellen Gewinnen, da das Unternehmen viel mehr kostenlose Emissionszertifikate erhalten hat, als es braucht, und diese verkaufen kann.