Worst EU Lobbying und Greenwash Awards 2007

Die Abstimmung ist beendet. Die ‘Gewinner’ des Awards werden am 4. Dezember 2007 in Brüssel bekannt gemacht

Die Kandidaten für den “Worst EU Lobbying” Award

Der ‘Worst EU Lobbying’ Award wird an Lobbyisten, Unternehmen oder Interessenverbände vergeben, die 2007 manipulative, irreführende oder andere problematische Lobbytaktiken verwendeten, um Entscheidungen der EU zu beeinflussen. In der “Worst EU Lobbying”-Kategorie stehen folgende fünf Kandidaten zur Wahl:

  • BMW, Daimler und Porsche, für ihre massive Lobby-Offensive, um verbindliche Reduktionsziele für CO2- Emissionen von Autos zu verwässern und verzögern;
  • Die Brüsseler Lobbyagentur Cabinet Stewart, für den Betrieb des International Council for Capital Formation – eines einzigartig gefakten europäischen Think Tanks, der als Tarnorganisation für Gegner des Kyoto-Protokolls dient;
  • Viscount Etienne Davignon,als Berater des EU-Entwicklungskommissars Louis Michel in Entwicklungsfragen für Afrika – während er zugleich im Aufsichtsrat von Suez sitzt, eines multinationalen Konzerns, der seine Energie- und Wassergeschäfte in Afrika ausweiten möchte;
  • Die European Public Affairs Consultancies Association (EPACA), für ihre intensive Kampagne gegen die Pläne der EU-Kommission für ein Lobbyisten-Transparenz-Register;
  • Repsol, für die Verzerrung des EU-Forschungsprogramms zu Agrokraftstoffen, so dass die Ergebnisse sich an kommerziellen Interessen orientieren, auf Kosten echter Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Die Kandidaten für den “Worst EU Greenwash” Award

In diesem Jahr wird ein zusätzlicher Preis in der Kategorie ‘Worst EU Greenwash’ vergeben, mit dem Firmen ausgezeichnet werden, deren Werbung, PR- und Lobbyrhetorik im Widerspruch zu den wahren Umweltauswirkungen ihres Kerngeschäfts steht. In der “Worst EU Greenwash”-Kategorie stehen folgende fünf Kandidaten zur Wahl:

  • Airbus, für eine Anzeigenserie, in denen Passagierflugzeug-Silhouetten mit schönen Landschaften ausgefüllt wurden, um Airbus-Flugzeuge grün und sauber erscheinen zu lassen;
  • BAE Systems, weil sie tödliche Waffen als umweltfreundlich bewerben;
  • ExxonMobil, für die Behauptung, das Unternehmen würde seine Treibhausgase reduzieren, während die Emissionen in Wirklichkeit anstiegen;
  • Das Deutsche Atomforum, für den Mißbrauch der öffentlichen Sorge um den Klimawandel zur Imagepflege für die Atomenergie;
  • Shell, weil es den Eindruck erweckt, dass seine Ölraffinerien Blumen statt Rauch ausstoßen.

Die Preisverleihung

Die ‘Gewinner’ des Awards werden eingeladen, auf der feierlichen Preisverleihung am 4. Dezember 2007 in Brüssel ihren Preis persönlich entgegenzunehmen.

Werben für die ‘Worst EU Lobbying’ Awards 2007

Setzen Sie einen unserer Banner auf Ihre Webseite. Damit hilfen Sie uns, die ‘Worst EU Lobbying’ Awards 2007 bekannt zu machen.

Die Organisatoren der Awards

Die Worst EU Lobbying Awards 2007 werden organisiert von

Warum die ‘Worst EU Lobbying’ Awards?

Tausende Lobbyisten streifen durch die Gänge der Macht in Brüssel. Sie arbeiten außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit und viele zögern nicht, problematische Methoden anzuwenden. Sie täuschen vor, besorgte Umweltschützer zu sein, sie kaufen Wissenschaftler, finanzieren verdeckt anarcho-kapitalistische Denkfabriken oder sichern sich einen privilegierten Zugang zu EU-Institutionen. Der Lobbyistenveteran Daniel Guéguen prophezeite vor einigen Jahren: “in Zukunft […] werden wir immer schärfere Lobbystrategien anwenden […] die vermutlich Praktiken wie Manipulation, Destabilisierung und Desinformation beinhalten.”

Das öffentliche Anprangern solch umstrittener Lobbypraktiken ist ein Weg, um ihren Gebrauch einzudämmen – das ist der Sinn der Worst EU Lobbying Awards. Der Preis belegt die Notwendigkeit für mehr Transparenz des Lobbyismus und bindende ethische Regeln auf EU-Ebene. Die europäischen Bürgerinnen und Bürger haben das Recht zu erfahren, wer Lobbyarbeit bei den EU-Einrichtungen betreibt, wen diese Lobbyisten vertreten, welche Finanzmittel sie dafür haben und auf welche Politikfelder sie Einfluss ausüben wollen.

Die bisherigen Gewinner

2006 wurde der ‘Worst EU Lobbying’ Preis an den Ölgiganten ExxonMobil für seine verdeckte finanzielle Unterstützung von klimaskeptischen Denkfabriken verliehen. Im Jahr 2005 ging der Preis an die irreführende Tarnorganisation Campaign for Creativity, die für große Softwareunternehmen Lobbyarbeit für Softwarepatente und den Schutz des geistigen Eigentums betreiben.

Zeitplan

Dienstag, 7. August 2007
Start der Nominierungsphase

Samstag, 15. September 2007
Ende der Nominierungsphase

Montag, 15. Oktober 2007
Beginn der Internet-Abstimmung

Dienstag, 27. November 2007 um Mitternacht
Die Abstimmung endet.

Dienstag, 4. Dezember 2007
Preisverleihung der Worst EU Lobbying Awards in Brüssel

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.
Diese Webseite wurde entwickelt von easyMIND.