Kategorie 1: Worst EU Lobbying Kategorie 2: Worst Conflict of Interest
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Piia-Noora Kauppi, Europaabgeordnete

Nominiert weil sie ihre Funktion als Abgeordnete des Europäischen Parlaments missbraucht hat, um für die Interessen ihres zukünftigen Arbeitgebers – einer Banken-Lobbygruppe – zu werben.

Piia-Noora Kauppi, Abgeordnete im Europäischen Parlament (EP) für die konservative Partei Finnlands, ist seit dem Jahr 1999 Mitglied im einflussreichen Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON), der sich mit der Regulierung der Finanzmärkte beschäftigt. Während ihrer Parlamentstätigkeit pflegte Kauppi enge Beziehungen zu Lobbyisten der Großbanken. Dabei unterstützte sie diese Lobbygruppen erfolgreich beim Werben für einen Laissez-Faire-Ansatz, der so geringe und schwache Regulation wie möglich vorsah. Außerdem führte sie den Vorsitz im European Parliamentary Financial Services Forum, das Europaabgeordnete und Lobbyisten zusammenbringt und den große Banken als Lobbyplattform dient.

Im Jahr 2005 berichtete das Wall Street Journal, dass Frau Kauppi der Banken-Lobby dabei half, die EU-Regeln für Geldwäsche zu verwässern, und “Änderungsanträge einbrachte, die Wort für Wort vom European Banking Industry Committe übernommen waren”. EBIC ist Teil des European Parliamentary Financial Services Forum. Am 1. Januar 2009 (sechs Monate vor den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament) wird Kauppi diesen Interessenskonflikt auf die nächste Stufe heben: sie schlüpft durch die Drehtür und wird Geschäftsführerin der Federation of Finnish Financial Services, einer Lobbygruppe von Banken und Versicherungen. Kauppis neuer Arbeitgeber kündigte den Vertrag im Juni 2008 voller Stolz an und strich in einer Pressemitteilung besonders Kauppis “effektives Netzwerk von Kontakten sowohl in Finnland als auch der EU” heraus.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, setzte Kauppi ihr aktives Treiben in den Debatten des Europaparlaments zu Finanzmarktfragen fort. Im September sprach sich Kauppi gegen neue Regeln für den Finanzsektor aus, die über das hinausgehen, was es auf nationalstaatlicher Ebene bereits gibt. Sie versäumte, ihre Parlamentskollegen über ihre Verbindungen – und ihren zukünftigen Job – mit der Finanzdienstleistungsbranche zu informieren.

Welche Interessen verfolgte Kauppi in den Debatten: Die der europäischen Öffentlichkeit oder die ihres neuen Arbeitgebers? Im dramatischen Kontext der sich beschleunigenden globalen Finanzkrise und dem Ruf nach härteren Regeln für den globalen Finanzmarkt und Unternehmen, stellt sich die Frage, ob Kauppi zugetraut werden kann, gerade diejenigen zu regulieren, für die sie bald Lobbyismus betreiben wird. Wäre es nicht klüger von ihr gewesen, wenn sie sich von Debatten und Entscheidungsprozessen fernhielte, die die Interessen ihres baldigen Arbeitgebers betreffen?

Kauppi steht für den wachsenden Trend, dass Europaabgeordnete von Lobbygruppen und Lobbyagenturen der Wirtschaft abgeworben werden. Diese trauen den Abgeordneten zu, sich Zugang zu den Entscheidungsträgern zu verschaffen. Anders als im US-Kongress gibt es auf europäischer Ebene keine “Abkühlungsphase”, die die Abgeordneten darin hindert, vom Parlament geradewegs durch die “Drehtür” in einen Lobbyjob zu wechseln. Momentan müssen sie lediglich finanzielle Interessen angeben und es gibt keine zusätzlichen Regeln, um Interessenskonflikten vorzubeugen.

Stimmen Sie für Piia-Noora Kauppi, wenn sie darüber besorgt sind, dass Europaabgeordnete nahtlos zu Wirtschaftslobbyisten werden!

Weitere Informationen :

In Europe, Finance Lobby Sways Terror-Funding Law – Legislators With Close Ties To Industry Water Down Money-Laundering Rules, Glenn R. Simpson, Wall Street Journal, 24 May 2005.

Piia-Noora Kauppi takes the helm at Federation of Finnish Financial Services, press release Federation of Finnish Financial Services, 25 June 2008.

Situation of the world financial system and its consequences on the European markets (debate), Minutes Plenary Session European Parliament, Wednesday, 24 September 2008 – Brussels.

Reaction to Piia-Noora Kauppi’s nomination, e-mail by Kauppi’s political assistant Susanna Karlsson, dated 30 October 2008.

Response from Worst EU Lobbying Awards organisers, 11 November 2008.



Kommentare

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253 Rehse 27 January 2009:
Von dieser Sorte AbgeordneteR gibt es sicher noch viel mehr. Habe gehört, dass der deutsche Parlamentarier Elmar Brok für Bertelsmann arbeiten soll. Trifft das zu ?

239 elisabeth 15 December 2008:
Was ist das für ein Parlament, wenn solche Gestalten federführend sein können. Ein trauriger Haufen.

238 thomas p 13 December 2008:
…leider sind nach meiner Überzeugung 80% der Menschen von der Grenzenlosen Gier befallen so das hinter jeden Piia Noora Kauppi eine neue steht , was nicht heißen kann das mensch nichts dagegen macht , aber die Arbeit gegen Gier und Machtmissbrauch ist nicht mit einem Kreuzchen getan . . . .

233 Antti J. Sipilä 10 December 2008:
Corruption? In monetary politics? C’mon, who among the conservative MEP’s _isn’t_ corrupted?

231 a bruxellois 10 December 2008:
If they do not have to fear legal consequences (as justicia has lost her blindness) private justice would be worth a thought….

219 Francisco Fucktard 4 December 2008:
As a Finn I must say that Piia-Noora Kauppi has always represented a stereotypical dishonest money-worshipping, greedy, EU-worshipping right-wing politician with no touch of reality. This article just confirms my viewpoint.

216 Thomas UFARTE 3 December 2008:
j’adore ! vraiment ! Pourquoi s’embarasser d’éthique ? Je vote pour elle !

215 Michel CHRISTIAN 3 December 2008:
Bravo! Quelle classe! Je vote pour cette candidate, et j’espère qu’elle recevra le award!

190 Olivier Hoedeman 11 November 2008:
To rectify the comments posted by “Michel”, here is a clarification: the nomination text refers to the fact that Mrs. Kauppi failed to inform other MEPs about her new job as a banking lobbyist when she spoke in a European Parliament plenary debate about financial market regulation in September. Mrs. Kauppi might have mentioned her new job to the MEPs attending a meeting of the ECON committee in June (although minutes from the meeting do not mention this). She has replaced her full membership of the Committee with the role of substitute member. These steps, however, are far from sufficient to avoid conflicts of interest. MEP Kauppi has continued with very high-profile engagement in debates on financial services issues. There is nothing to be found on the European Parliament website about MEP Kauppi’s new employer, not even in her ‘Declaration of Interests’. For more details, please see the reaction we received from MEP Kauppi’s assistant and the response to this from the organisers of the Worst EU Lobbying Awards, posted on this page.

179 Michel 6 November 2008:
Why do you lie? “She also failed to inform other MEPs about her links – and future job – with the financial services industry.” I have heard myself in the ECON Committee of the European Parliament when she has announced taking up a new job in January 2009. I have also seen interviews on BBC and France24 where she says the same… can’t believe you throw out these claims without any justifications!

134 Gabi Hiller 24 October 2008:
…ich frage mich, welche Verpflichtung/ welchen Eid ein/e Abgeordnete/r bei Amtsantritt leistet…

125 michael 23 October 2008:
man möchte es nicht glauben…

121 Julie Poirot 23 October 2008:
🙁

110 Zero tolerance 22 October 2008:
Lifelong sentences for corrupt politicians who ultimately destroy the lifes of millions of people.

88 Winfried Heinzel 22 October 2008:
we do not want this Europe, Lobbyists have nothing to look for there!!!

64 Seppo Kuulas 21 October 2008:
Her selfish interests to get all possible personal benefit as a member of EU-parliament are known.Even from the very start of her career in Finnish politics.

44 Regina Lück 21 October 2008:
Europaabgeordnete sollten gar nicht erst mit Lobbyisten zusammen arbeiten. Das geht nicht, denn sie sollen das “Volk” vertreten.

38 Lictor 21 October 2008:
This Kauppi woman is corrupt.

20 Matti Kopra 21 October 2008:
Pia Noora Kauppi ist nicht gut

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.
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