Kategorie 1: Worst EU Lobbying Kategorie 2: Worst Conflict of Interest
<<< Rückkehr zur Kandidatenliste mit dem “Zurück”-Button ihres Browsers.

Fritz-Harald Wenig, Direktor in der Generaldirektion (GD) Handel

Nominiert, da er Insider-Informationen über Zölle an „Lobbyisten“ weitergab –  die in Wirklichkeit investigative Journalisten waren.

Als Direktor für Handelsschutzinstrumente in der GD Handel hatte Fritz-Harald Wenig Zugang zu marktrelevanten Informationen über Veränderungen der Importzölle. Journalisten der Sunday Times, die sich als Lobbyisten ausgaben, luden ihn zu Abendessen ein; dabei zeigte sich Wenig ihrem Bericht zufolge einverstanden, den „Lobbyisten“ vertrauliche Informationen zukommen zu lassen – die ihm anboten, für diese Informationen zu bezahlen.

Die Journalisten behaupteten, sie würden für einen chinesischen Geschäftsmann arbeiten, der über Veränderungen in den Zollbestimmungen für importierte Schuhe und Kerzen informiert werden wollte. Beide Bereiche wurden zu dieser Zeit von der GD Handel einer Prüfung unterzogen. Der „Geschäftsmann“ wollte wissen, welche Hersteller von Zöllen ausgenommen würden. Nach einer Reihe von Abendessen in Brüssels besten Restaurants und wiederholten Telefongesprächen im Zeitraum von März bis September 2008 lieferte Wenig nach den Aufzeichnungen der Journalisten die Namen von zwei Kerzenherstellern und versprach, in Zukunft Informationen über Alufolienhersteller bereitzustellen. Außerdem gab er den Reportern Vorabinformationen über die Verlängerung der Zollbestimmungen für chinesische Schuhe.

Für diese Auskünfte wurden keine Zahlungen vereinbart. Aber als die „Lobbyisten“ Wenig erst einen gutbezahlten Job anboten und dann eine einmalige Zahlung von 100 000 €, schlug Wenig nach den Berichten vor, das Geld auf ein eingefrorenes Konto einzuzahlen, auf das er dann nach seiner Pensionierung zugreifen könne.

Was die Journalisten aufgedeckt haben, hätte einen wirklichen Lobbyisten mit wertvollen Geschäftsinformationen versorgt. Das steht klar im Konflikt mit den Beamtenstatuten der Kommission, die vorschreiben, dass Beamtinnen und Beamte „von jeder unautorisierten Offenlegung von in Ausübung ihres Dienstes erhaltenen Informationen absehen“.

Wenig sagt, er habe kein Geld erhalten und nur Informationen herausgegeben, die innerhalb weniger Wochen sowieso öffentlich bekannt gewesen wären. Der Fall Fritz-Harald Wenig scheint Korruption im Herzen der Kommission zu offenbaren. Sein Fall wird nun vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) untersucht.

Stimmen Sie für Fritz-Harald Wenig, wenn Sie glauben, dass solches Verhalten für einen Beamten inakzeptabel ist!

Weitere Informationen :

Revealed: how Eurocrat leaked trade secrets over lavish dinners – A top EU official passed on sensitive information potentially worth millions to a company, Insight reports”, Sunday Times Insight, Jonathan Calvert, Claire Newell and Nicola Smith, 7 September 2008.

Kommission will undichte Stelle in Handelsabteilung prüfen, EurActiv.com, 9 September 2008.



Kommentare

Ihr Name:
Kommentar:
  (Beide Felder müssen ausgefüllt werden.)

245 Artur 20 December 2008:
Richtig Schienbeintreter jagt alle Lobbyisten zum Teufel.

244 Schienbeintreter 19 December 2008:
Schimpf und Schande über diese gewählten Vertreter mit Vorbildcharakter! Mein Vorschlag: Enteigung bis in die dritte Generation und Leben mit Hartz IV.

243 ingrid-helene 17 December 2008:
weniger wenig ist mehr!

227 Brantner Werner 8 December 2008:
Die EU,ein großer nie versiegender Selbstbedienungsladen für einige wenige!!!

206 Jan 1 December 2008:
I feel mostly sorry for this man. I mean, he has lost everything now. The other nominees in this contest have ongoing conflicts of interest that will shape important upcoming legislation (waste, banking, software patents, …).

195 Alain Huet 16 November 2008:
et la déontologie, c’est quoi, Monsieur ?

175 dondj 31 October 2008:
der ist noch im Amt? Ein normaler Beamter hätte schon lang seinen Hut genommen und wäre ohne Sach- ung Geldbezüge sofort suspendiert worden. Es ist eine Frechheit.

153 Rut Beyerle-Pfnür 28 October 2008:
Warum wird das nicht publik gemacht!

151 Erik Peters (espritu) 27 October 2008:
Ich hoffe, Herr Wenig wird einer baldigen Pensionierung entgegensehen.

149 Dr.Hans von Schuckmann 27 October 2008:
Thats too much Herr Wenig!

138 Jeroen Verhoeven 27 October 2008:
What a moron!

119 Gino 23 October 2008:
No enough money being EU official?

115 Hans-Joachim Otto 23 October 2008:
1. Einleitung eines Disziplinarverfahrens bei Beamten(innen) zwingend notwendig 2. Entlassung aus dem Beamtenverhältnis

66 Jürgen Weckerle 21 October 2008:
dieses Verhalten nennt man Korruption! Umso schlimmer, wenn es von EU-Beamten ausgeführt wird, deren sicheres Einkommen von den EU-Bürgern über die Steuerzahlungen aufgebracht wird. Besonders betroffen macht es mich, dass ich Hrn. Wenig aus alten Zeiten sogar kenne.

49 Uwe 21 October 2008:
Der Größte Feind jeglicher Korruption ist die TRANSPARENZ.

23 pav yllon 21 October 2008:
allen den preis mit auflage sofort zu verschwinden

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.
Diese Webseite wurde entwickelt von easyMIND.