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Die Brüsseler Lobby- und PR-Agenturen Gplus und Aspect ConsultingNominiert für ihre Rolle als Verbreiter von Kriegspropaganda im jüngsten Konflikt zwischen Russland und Georgien.
Als im August 2008 Krieg zwischen Russland und Georgien ausbrach, entwickelte sich dieser rasch zu einem Propaganda-Krieg. Nur wenige derer, die die Ereignisse im Fernsehen und in der Presse verfolgten, wird die große Rolle von PR-Agenturen dabei klar gewesen sein. Gplus arbeitete seit April 2006 für die russische Regierung, Georgien sicherte sich 2007 die Dienste von Aspect Consulting, um „die westliche Zielgruppen zu erreichen“. Die Medienstrategie von Aspect Consulting war darauf zugeschnitten, Georgien als Opfer russischer Aggression darzustellen, indem man einen Strom von Pressemitteilungen herausgab. Von Anbeginn der Krise leitete Patrick Worms, der Gründer von Aspect Consulting, die Pressearbeit Georgiens von Tiflis aus. James Hunt, auch von Aspect, offenbarte, dass die Strategie darauf ausgerichtet war, den Bedarf der Medien nach menschlichen Perspektiven in der Berichterstattung auszunutzen. Das schloss auch Bilder für das Fernsehen ein: „Wir stellten Menschen vor die Kamera. Wir erkannten das Verlangen nach Gefühlsbetontheit in emotionalen Zeiten. Nicht wie die Russen, die weiterhin einen, wenn Sie es so sagen wollen, sehr roboterhaften, sehr altmodischen Medienansatz verfolgten.“ Die Pressearbeit ging darüber hinaus, Informationen bereitzustellen – sie inszenierte und verdrehte auch die Ereignisse. Worms nutzte zum Beispiel Karten, um ausländischen Journalisten zu zeigen, dass die georgische Artillerie nur militärische Ziele angriff. Dagegen gibt es starke Belege dafür, dass es wahllosen Beschuss bewohnter Gegenden gab. Worms arbeitete sehr eng mit dem stellvertretendem Außenminister Georgiens zusammen, auch nach dem Konflikt, als es darum ging, die georgische Version der Vorkommnisse in den europäischen Medien zu stützen. Die russische Vorgehensweise war unverblümter. Der russische NATO-Botschafter leugnete, dass militärische Operationen außerhalb der Konfliktzone durchgeführt würden, sogar noch als Truppen sich aufmachten, in georgisches Territorium vorzurücken. Für die aus der südossetischen Hauptstadt gemeldete Zahl der zivilen Opfer gab es keine Anhaltspunkte. Gplus-„Partner“ Tim Price antwortete auf Propagandavorwürfe in einer Erklärung: „Wir stellen [russischen] Pressesprechern hauptsächlich logistische Unterstützung zur Verfügung, um ihnen zu helfen, mit den europäischen Medien umzugehen. Das schließt ein, den Dialog zwischen Journalisten und russischen Amtsträgern zu erleichtern und Medienbeobachtung und Ratschläge zu liefern, z.B. wie die westlichen Medien funktionieren.“ Im Ergebnis bekam die Öffentlichkeit eine verfälschte Sicht der wirklichen Ereignisse. Dies ist ein besorgniserregendes Beispiel, wie Nachrichten und Informationen den Medien, der europäischen Öffentlichkeit und den europäischen Entscheidungsträgern angedreht werden und eine unvollständige und verzerrte Darstellung der Wahrheit schaffen. Wählen Sie Gplus und Aspect Consulting – wenn Sie ablehnen, dass mit solch gefährlichem Lobbyarbeit und „Spin“ die europäische Öffentlichkeit und die außenpolitischen Beziehungen der EU manipuliert werden! Weitere Informationen :
Who is on the Side of the Angels?, Andy Rowell, Spinwatch, 26 August 2008. Newswatch (video), 19 September 2008, BBC News Channel. Russia vs Georgia PR War Continues, PRNewser, 26 August 2008. Carnet de route en Géorgie, par Jonathan Littell, Le Monde, 3 Octobre 2008. Georgia’s PR agency lashes out at Russian ‘propaganda’, Matt Cartmell, PRWeek, 14 August 2008. Georgia Sends Peace Envoy to Meet Separatist Rebels in First Direct Talks Since 2007, Georgia Update, 14 May 2008. President Orders Immediate Cease Fire, Says Russian Peacekeepers Acknowledge Having Lost Control Over Separatist Rebels, Georgia Update, 7 August 2008. Georgia issued almost hourly press releases. Source: Georgia has won the PR war, Peter Wilby, The Guardian, 18 August 2008. Kommentare265 Al 31 August 2009: A voté 223 Pia-Sophie 6 December 2008: Wer Kriegspropaganda verbreitet, hat anscheinend im Geschichte-Unterricht nicht aufgepasst! 217 W K 3 December 2008: “Die russische Vorgehensweise … Für die aus der südossetischen Hauptstadt gemeldete Zahl der zivilen Opfer gab es keine Anhaltspunkte.” Immerhin gab es vom Roten Kreuz den Bericht, dass, als man im Gefolge des georgischen Angriffs in Südossetien einfuhr, man große Mühe hatte, überhaupt voranzukommen, weil bei dem Angriff die Infrastruktur so stark zerstört und kaum noch benutzbar war. Opferzahlen wurden leider nicht zitiert; aber wenn das Land dermaßen in Trümmern lag, ist es bei dementsprechend massiver Beschießung ja wohl kaum möglich, dass die Zahl der menschlichen Todesopfer niedrig lag. (Eher wäre zu fragen, auf welchem Mist die _niedrigen_ Opferzahlen gewachsen sind.) Ich kann nicht ersehen, dass Gplus auch nur annähernd so viel auf dem Kerbholz hat wie Aspect Consulting, die dreist versuchten, dem Gegner die Aggressorenrolle anzuhängen, und finde es daher ungerecht, beide Agenturen in einem Atemzug zu nennen bzw. gleichermaßen an den Pranger zu stellen. 184 Alice 9 November 2008: C’est lamentable d’en arriver là ces groupes de pression sont pitoyables, ils mériteraient d’être démantelés ipso facto 170 Joscha Z. 30 October 2008: They bridged a new market gap. From now on you can profit from the war not only as an arm producer but as a PR agent. Great idea! 168 Jakester 30 October 2008: Der Westen auf alles umfassendem Eskalationskurs. Den naechsten Stein schon in der Hand und den Rucksack fuer weitere Wuerfe gefuellt. Beaengstigend 154 Martin Behrens 28 October 2008: . 150 Erik Peters (espritu) 27 October 2008: Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit. Aber daß sich zivile Firmen daran eine goldene Nase verdienen wollen ist eine neue Dimension. 111 Senger Dorothea 22 October 2008: i’m against such dangerous lobbying and manipulation of Europe’s public mind, – soi’m against Gplus/Aspect! 104 W D 22 October 2008: Wer Hass schürt wird Gewalt ernten 83 M.T. 21 October 2008: They should rather strive for a world more honest. 50 robert zank 21 October 2008: peak of the iceburg 46 Christian Langrock 21 October 2008: Grabt ein tiefes Loch für beide PR-Agenturen und setzt die dort hin ein. Die Berichterstattung war in dem Konflikt unterirdisch schlecht. Ich denke durch diese erfolgreiche Arbeit weiß die Mehrzahl der Bürger nicht was wirklich geschehen ist. 32 Berthild Lorenz 21 October 2008: Geboren sind sie alle als friedliebende Kleinstkinder … Woran liegt es, dss sie so wurden und wie viele Menschen zeigen mit Fingern auf die Anderen und schweigen über ihr Verhalten? Wovor haben wir Angst, wenn wir nur auf Andere achten? Wann gehen wir dem “Recht” Genannten endlich an den Kragen? Recht ist Machtausübung erster Qualität! 4 Heidi Jamnik 20 October 2008: Diese Leute werden letztendlich den höchsten Preis zahlen, den Menschen zahlen müssen, wenn sie gegen ihr moralisches Gewissen handeln: Das was sie anderen antaten, nicht mehr rückgängig machen zu können. 3 Toni Müller 20 October 2008: It was a tough rat’s race, the other contenders still being very close (and a whole bunch of them even missing from the panel!). | |||||
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