Die Worst EU Lobbying Awards 2008

Tausende Lobbyisten streifen durch die Gänge der Macht in Brüssel. Sie arbeiten außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit und viele zögern nicht, problematische Methoden anzuwenden. Sie täuschen vor, besorgte Umweltschützer zu sein, sie kaufen Wissenschaftler, finanzieren verdeckt anarcho-kapitalistische Denkfabriken oder sichern sich einen privilegierten Zugang zu EU-Institutionen. Die Worst EU Lobbying Awards sollen solche umstrittenen Lobby-Strategien öffentlich anprangern und so ihren weiteren Gebrauch eindämmen.

Die Negativpreise zeigen auch den Bedarf für striktere Transparenz- und Ethikregeln in der EU. Im Juni dieses Jahres forderte die Kommission die Lobbyisten auf, sich zu registrieren und zu veröffentlichen, für wen sie arbeiten und wie viel Geld dabei im Spiel ist. Jedoch läuft das neue Lobbyisten-Register nur auf freiwilliger Basis und ist so schwach und mangelhaft, dass es Lobbyisten nicht davon abhalten wird, weiter im Verborgenen zu wirken.

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.

Die Preiskategorien in 2008

Dieses Jahr gibt diese zwei Kategorien:

  1. Der Hauptpreis ‘Worst EU Lobbying Award’ geht an Lobbyisten, Unternehmen oder Interessenverbände, die 2008 manipulative, irreführende oder andere anstößige Lobbytaktiken angewendet haben, um Entscheidungsverfahren der EU zu beeinflussen;
  2. Der Sonderpreis für den schlimmsten Interessenskonflikt, der ‘Worst Conflict of Interest Award’, ist für Europaabgeordnete, EU-Kommissare oder andere Mitarbeiter der EU gedacht, bei denen aufgrund ihres Hintergrunds, Nebentätigkeiten oder enger Beziehungen zu Lobbyisten ernste Bedenken bestehen, dass sie nicht mehr objektiv und im Sinne des Gemeinwohls handeln können. Diese Kategorie wurde eingeführt, um aufzuzeigen, dass die EU-Institutionen endlich bei sich selbst aufräumen müssen -- in den letzten Jahren wurden viele Interessenkonflikte öffentlich, aber es gab seitens der EU-Institutionen wenig Anstrengungen, sie zu verhindern.

Die Organisatoren haben aus insgesamt 54 eingereichten Nominierungsvorschlägen je fünf Kandidaten für die Internet-Abstimmung ausgewählt.

Der Zeitplan

Sommer 2008
Start der Nominierungsphase

12. September 2008
Ende der Nominierungsphase

20. Oktober 2008
Beginn der Internet-Abstimmung

30. November 2008
Die Abstimmung endet.

9. Dezember 2008
Preisverleihung der Worst EU Lobbying Awards in Brüssel

Die Gewinner der letzten Jahre

Letztes Jahr haben die deutschen Automobilhersteller BMW, Daimler und Porsche den Worst EU Lobbying Award für ihre Kampagne gewonnen, die mit Panikmache und Fehlinformationen die geplante Reduzierung ihrer CO2-Emissionen abschwächen sollte. Dem Deutschen Atomforum wurde der Sonderpreis ‘Worst EU Greenwash’ verliehen für seine Kampagne ‘Deutschlands ungeliebte Klimaschützer’, die die Atomkraftwerke ‘grünwaschen’ sollte.

Die Worst EU Lobbying Awards werden organisiert von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch.
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